Solingen, 08. Juli 2009 – Die Sicherstellung von Beratungs-, Service- und Erlebnis-qualität beim Einkauf von Elektronikprodukten ist für den Handel der entscheidende Faktor, um sich gegenüber seinen Wettbewerbern, allen voran den Online-Anbietern, langfristig zu behaupten. So lautet das zentrale Ergebnis einer Befragung von 183 Verkaufs- und Abteilungsleitern, die in Elektronik Großflächen- und Fachhandels-märkten beschäftigt sind. Per Online-Fragebogen hat die kogag im vergangenen März und April ausgewählte Handelsspezialisten befragt. Im Zentrum der Befragung standen eine Einschätzung des Kaufverhaltens und der Bedürfnisse ihrer Kunden, eine Bewertung der Beratungsmöglichkeiten und der Beratungsqualität ihres Personals sowie die Frage, in wie weit personalgestützte Promotion-Aktionen als effektives verkaufsförderndes Instrument dienen können
Verändertes Kaufverhalten und erhöhter Beratungsbedarf
Hinsichtlich des Kaufverhaltens der Konsumenten im Elektronik-Handel gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sie in den vergangenen Monaten Veränderungen feststellen konnten. Ein verstärkter Informationsbedarf sei wahrzunehmen genauso wie der Erwerb von Produkten über andere Kanäle wie dem Internet bei einer gleichzeitig zunehmenden Inanspruchnahme der Beratung im Handel.
Begrenzte Beratungstiefe im Elektronik-Handel
Im Hinblick auf die Beratungsqualität im Handel ist die Mehrheit der befragten Spezialisten der Meinung, dass das Fachpersonal diese grundsätzlich gewährleisten könne, die Beratungstiefe jedoch begrenzt sei (67%). Knapp über die Hälfte der Befragten (51%) stimmte der Aussage zu, dass es eine erhöhte Abwanderung von Kunden gibt, die sich im Handel beraten lassen, die Produkte jedoch über andere Kanäle erwerben. Um die Konsumenten zum Verkaufsabschluss im Handel zu bewegen, komme es vor allem auf ein beratungsstarkes und abschlusssicheres Personal (26%), auf einen verstärkten Service (18%) sowie auf eine kreative
Produktpräsentation am POS (15%) an. Auch Preisreduzierungen könnten sich nach Aussage der Befragten positiv auswirken (21%). Gefragt nach der Unterstützung des Handelspersonals in Fachfragen durch herstellerbezogene Promoter, gab die Mehrheit (89%) an, dass diese eine große bis sehr große Bedeutung habe. Auch von Hersteller-seite angebotene Trainingsmaßnahmen wie Produktschulungen für die Mitarbeiter wurden von den Befragten als eindeutig positiv bewertet (99%).
Einkaufserlebnis als Kunden-Erwartung und Differenzierungsmerkmal
Ein weiteres Ergebnis der Befragung bezieht sich auf das Einkaufserlebnis im Handel. Mit 92 Prozent war hier die große Mehrheit der Auffassung, dass Konsumenten ein Einkaufserlebnis im Handel erwarten und der Erlebnischarakter entscheidend sei für den Kauf im Handel. Vollkommen überzeugt von dem Erlebnischarakter ihres eigenen Outlets zeigten sich hingegen nur 20 Prozent. Laut 23 Prozent der Befragten könnten von Herstellerseite eingerichtete Shop-in-Shop Systeme einen zusätzlichen Erlebnis-wert bieten. Mit 80 Prozent gab die Mehrheit der Befragten an, dass eine Kommuni-kation der Produktvorteile über POS-Materialien allein nicht ausreiche. Auf die Frage, wer für die Schaffung des Erlebniswertes im Handel generell verantwortlich sei, antworteten 69 Prozent, dass Handel und Industrie gleichermaßen dafür Sorge tragen müssten. Insgesamt offenbart die Befragung eine Diskrepanz zwischen der hohen Bedeutung, die die Verantwortlichen dem Einkaufserlebnis im Handel generell bei-messen, und dem tatsächlichen Erlebniswert in den jeweiligen Filialen der Befragten.
Anforderungen an Personal-Promotions als effektives Vkf-Instrument
Um eine Umsatzsteigerung im Elektronik-Handel durch eine Personal-Promotion erzie-len zu können, muss laut der Mehrheit der Befragten vor allem die Qualität des Personals sicher gestellt sein: 23 Prozent halten fachkompetentes Personal für eine entscheidende Voraussetzung. Ebenfalls 23 Prozent erachten die Abschlusssicherheit desselben als wesentlich und 22 Prozent gaben an, dass das Personal vor allem beratungskompetent sein müsse. Eine kreative Ansprachemechanik zähle ebenfalls zu den wichtigen Kriterien (12%). Mehrheitlich positiv fällt die Einschätzung der Befrag-ten hinsichtlich des Potenzials von Personal-Promotions im Bereich hochpreisiger Produkte aus: 84 Prozent der Befragten gaben an, dass Promoter Kaufentscheidungen für Produkte aus dem hohen Preissegment aktiv herbeiführen und damit dem Handel gewinnträchtigere Margen verschaffen könnten. Gefragt nach der Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung des Handels an personalgestützten Abverkaufsaktionen äußerte die Mehrheit der Befragten (57%), dass sie bereit sei, darin zu investieren sofern dadurch die Beratungsqualität, ein zusätzlicher Service für die Kunden und eine Entlastung des eigenen Personals sicher gestellt würden. 15 Prozent gaben an, sie würden eine Investition vornehmen, wenn der Promotion-Einsatz mit Produkttrainings für das eigene Marktpersonal gekoppelt sei.
Fazit
Insgesamt macht die Befragung deutlich, dass sich der Informations- und Beratungs-bedarf der Konsumenten im Elektronik-Handel aufgrund der zunehmend komplexen Produktvielfalt und -technologien erhöht hat. Gleichzeitig scheinen die Konsumenten die benötigten Informationen und die Beratung über den Handel zu beziehen, wohin-gegen der Kauf der Produkte häufig über preisgünstigere Vertriebskanäle, wie z.B. dem Internet, erfolgt. „Um die Konsumenten zum Kaufabschluss im Handel zu bewegen, müssen die entscheidenden Alleinstellungsmerkmale des Handels – Bera-tung, Service und Einkaufserlebnis – gezielt gestärkt werden“, fordert Christoph Edler, Director der kogag Unit Promotion.
Als wesentliche Faktoren für die Steigerung der Beratungsqualität können laut der Befragungsergebnisse zum einen Schulungen und Produkttrainings für das eigene Personal dienen. Zum anderen kann eine Unterstützung durch speziell geschulte Sales Experten Abhilfe schaffen. „Die Befragung zeigt, dass die Hersteller aktiv eine verbesserte Beratungsqualität im Handel herbeiführen können. Wenn sie dafür sorgen, dass Verkaufsexperten umfassend auf die eigenen Produkte und Marke geschult werden und sie diese dem Handel zur Verfügung stellen, profitieren am Ende beide Seiten davon“, empfiehlt Edler.
Auch eine Steigerung des Erlebniswertes im Elektronik-Handel kann laut Edler durch den Einsatz von Promotern erreicht werden. „Durch eine kreative, persönliche Ansprache und eine attraktive Produktpräsentation lässt sich der Erlebnischarakter im Handel um einiges steigern. Speziell im Rahmen von Shop-in-Shop Systemen bietet die Kopplung der Produkt- und Markenpräsentation mit, auch auf den Verkaufs-abschluss, geschulten Promotern einen großen Vorteil: es kann eine tiefer gehende Beratung gewährleistet werden, die, auch bei hochpreisigen Produkten, häufig zum Verkaufsabschluss führt“, so der kogag Promotion-Experte.